Wichtige Infos für unsere Patienten


18.09.2018

Teilweise Schulgeldfreiheit in NRW nun amtlich

Gesundheitsminister Laumann hat sein Versprechen eingelöst und NRW führt als erstes Bundesland flächendeckend und rückwirkend zum 1. September 2018 eine teilweise Schulgeldfreiheit ein. „Dies ist ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung und wir sind dem Minister hierfür sehr dankbar“, so das Vorstandsmitglied des Landesverbandes NRW Detlef Katzki.

 

Das Ministerium  hat alle Schulen angeschrieben und erste Informationen zur Förderung gegeben. Demnach werden 70 % des jeweilig erhobenen Schulgeldes erstattet. Hintergrund: Die Praxen aber auch die Bundesagentur für Arbeit melden mittlerweile einen erschreckenden Fachkräftemangel der Heilmittelerbringer. Schon jetzt beobachten wir eine extrem erschwerte Patientenversorgung, die sich ohne erhebliche Gegensteuerung zu einer großflächigen Patientenunterversorgung entwickeln wird. Hier ist maßgeblich die Politik gefordert die notwendigen Rahmenbedingungen umgehend anzupassen.

 

Die Frage nach der Chance der Gesundheitsfachberufe in NRW umfasst daher auch die Fragen „Müssen – neben der noch ausstehenden vollständigen Schulgeldfreiheit - nicht die Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen insgesamt neu geordnet und gestärkt und die Berufsfelder insgesamt in den Blick genommen werden? Was würde die Gesundheitsfachberufe aus Sicht einer Schülerin/ eines Schülers attraktiver machen?“

Wir freuen uns erst einmal über diese echte Verbesserung. Die langjährigen Anstrengungen der Verbände haben sich gelohnt.

Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.

https://nrw.physio-deutschland.de/landesverband-nrw/news-regional/einzelansicht/artikel/teilweise-schulgeldfreiheit-in-nrw-nun-amtlich.html


19.07.2018

Patienten müssen auf Physiotherapietermin lange warten

Köln – Die physiotherapeutische Patientenversorgung in Deutschland ist gefährdet. Das geht aus einer Onlinebefragung des Deutschen Verbandes für Physiotherapie (ZVK) und des Verbandes Physikalische Therapie (VPT) unter rund 2.000 Physiotherapeuten hervor. Demnach bedrohen lange Wartezeiten, fehlende Hausbesuchskapazitäten, unbesetzte Stellen und eine immer weiter steigende Arbeitsbelastung einen flächendeckenden zeitnahen Beginn der Physiotherapie.

So ergab die Befragung, dass bei 51,7 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Praxen Patienten drei Wochen und länger auf einen Termin warten. Ist ein Patient auf einen Hausbesuch eines Therapeuten angewiesen, dauert es in fast zwei Dritteln (66,3 Prozent) der Praxen vier Wochen und länger bis zum ersten Behandlungstermin.

 

Zwar versuchen die Praxisinhaber, Abhilfe zu schaffen. Das gelingt ihnen aber nicht. So waren 72,7 Prozent der befragten Praxen im Juli auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Knapp 44 Prozent der Praxisinhaber haben dabei Vollzeitstellen zu vergeben.

„Gemeinsam mit der Politik haben wir den festen Willen, den sinkenden Schülerzahlen, der Abwanderung aus dem Beruf und dem rasant zunehmenden Fachkräftemangel in der Physiotherapie entgegenzuwirken“, betonte ZVK-Vorsitzende Andrea Rädlein.

Deshalb fordern die Verbände eine dauerhafte finanzielle Aufwertung des Berufs, eine Modernisierung der Ausbildung, bundesweite Schulgeldfreiheit, eine Steigerung der beruflichen Autonomie und den Direktzugang der Patienten zum Physiotherapeuten. Die Ärzteschaft hatte sich zuletzt überwiegend gegen den Direktzugang ausge­­sprochen.              © hil/sb/aerzteblatt.de
Link: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/96563/Patienten-muessen-auf-Physiotherapietermin-lange-warten


29.05.2018

Aktuelle Therapieformen bei Ellenbogen-Schmerzen

Der Tennis- oder Golferarm – was tun, wenn der Ellenbogen schmerzt?

Die Saison ist eröffnet: Nach der langen Winterpause legen viele Tennis- und Golfspieler nun wieder richtig los mit ihrem Sport. Doch Vorsicht ist geboten: Wer plötzlich sein Training beim Tennis oder Golf erhöht, läuft Gefahr, sich durch eine wiederkehrende Überlastung eine Sehnenentzündung am Ellenbogengelenk zuzuziehen. Diese wieder auszukurieren kann lange dauern, teilweise bis zu einem Jahr. 

Bei einem Tennis- oder Golfer-Ellenbogen schmerzt der innere bzw. äußere Gelenkknochen des Ellenbogens bzw. der jeweilige Sehnenansatz der Unterarmbeuge bzw. -streckmuskulatur. Vor allem eine Überlastung der Unterarm-Beugemuskulatur (Golfer-Ellenbogen) oder Streckmuskulatur (Tennis-Ellenbogen) ist ursächlich für die Schmerzen. Wird die Überlastung nicht gestoppt, wandert der Schmerz von der Muskulatur ausgehend zu den Ansatzpunkten am Ellenbogen. Die Gefahr: Die Sehnenansätze werden schlechter durchblutet, was zu dauerhaften degenerativen Schäden des Sehnengewebes führen kann. Um dem Schmerz auszuweichen, kann es dann zu einer Fehlbelastung des Ellbogengelenks kommen. 

 

Was tun, wenn der Ellenbogen schmerzt?

Akute Beschwerden in einem Zeitraum von 6 Wochen lassen sich in der Regel sehr gut konservativ therapieren. Wer über einen Zeitraum von mehr als 6-8 Wochen Schmerzen am Arm hat, sollte unbedingt einen Facharzt aufsuchen, da es sich bereits um einen chronischen Verlauf handelt. Im ersten Schritt müssen eine ausführliche Anamnese (Krankheitsgeschichte) und eine eingehende körperliche Untersuchung erfolgen. „Es gibt zahlreiche schon lange bewährte sowie neuere Tests, die wir unter Einbindung des Patienten am Ellenbogen durchführen. Mit Hilfe dieser spezifischen Untersuchungen können wir den Schmerz provozieren oder auch ausschließen, die Ausprägung der Schmerzen feststellen und so Hinweise für die Ursache erhalten“, erklärt AGA-Experte und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. Boris Hollinger.

 

Röntgen oder Ultraschall zur ergänzenden Bildgebung

Im zweiten Schritt wird die klinische Untersuchung durch bildgebende Verfahren ergänzt. Mit Hilfe von Röntgen-Bildern kann der Arzt neben knöchernen Verletzungen und Gelenkspaltasymmetrien vor allem Verkalkungen erkennen. Mit Hilfe von Ultraschall kann der Arzt den Ellenbogen in der Bewegung untersuchen und z.B. im Rahmen einer Muskelaufbau-Therapie die Veränderungen der Stabilität beobachten und dokumentieren.

 

Was ist die beste Therapie?

Die gute Nachricht: 9 von 10 Patienten mit einem Tennisarm müssen nicht operiert werden. Aber es ist Geduld gefragt: Der Heilungsverlauf der Sehnenbehandlung bei regelmäßiger Kontrolle durch den Arzt dauert teilweise bis zu einem Jahr. 

Zunächst wird ein Tennisarm in der Regel konservativ behandelt. Hier gibt es drei Säulen der Therapie: die Akuttherapie mit Schonung durch Ruhigstellung, Einnahme von antientzündlich wirkenden Schmerzmitteln und muskellockernden Maßnahmen wie z.B. Elektrotherapie oder Ultraschall. Vorsicht vor zuviel Kortison: Es wirkt entzündungshemmend und kurzfristig schmerzlindernd, kann aber die Sehne schädigen. 

Die zweite Säule ist eine Trainings- oder Alltagsanpassung mit Hilfe von Physiotherapie. Täglich in den Tagesablauf integrierte Übungen, die die Betroffenen nach Anleitung durch Physiotherapeuten selbst machen, können das Schmerzlevel senken und langfristig positiv auf den Heilungsverlauf wirken. 

Darüber hinaus gibt es moderne Therapieformen, die - wie auch die Physiotherapie - darauf zielen, die Regeneration der Sehne zu fördern. Dazu zählen die heute schon recht verbreitete Stoßwellentherapie, die Sklerosierung (Gefäßverödung) oder die PRP-Therapie (Eigenblut-Behandlung). Mit diesen neuen Methoden kann ein guter kurz- bis mittelfristiger Erfolg erzielt werden. Allerdings können nicht alle orthopädischen Fachpraxen diese Therapieformen anbieten und sie werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. 

„Betrachtet man die drei Säulen der konservativen Therapie, muss man sagen, dass Physiotherapie den Patienten am meisten helfen kann. Aber auch Bandagen oder Spangen bei bestimmter sportlicher Belastung sowie die regelmäßige Nutzung der Faszienrolle können das Schmerzlevel langfristig senken. Von Kortison halte ich aufgrund der Risiken für eine Sehnenschädigung nichts. Moderne Injektionstechniken wie Vollblut oder PRP haben gute kurz- bis mittelfristige Effekte. Aber alles in allem braucht der Patient vor allem Geduld und Durchhaltevermögen für den Heilungsverlauf!“, fasst Dr. Hollinger die Möglichkeiten der konservativen Therapie zusammen. 

 

Wann ist eine Operation des Ellenbogens nötig und sinnvoll?

Eine Arthroskopie des Ellenbogens kann in zweifacher Hinsicht in Frage kommen: Zum einen diagnostisch, um dem Operateur z.B. Instabilitäten millimetergenau aufzuzeigen und so sehr detaillierte Erkenntnisse für die Therapie zu liefern. „Hier kann die Arthroskopie der Schlüssel zum Erfolg sein, um die Situation im Gelenk noch besser zu verstehen“, erläutert Dr Hollinger. Eine Instabilität betrifft die Bandstrukturen des Ellenbogengelenks und kann seine Ursache in einer Verletzung aber auch in einer chronischen Überlastung haben. Die Instabilität selbst macht dann nicht den Schmerz, ist aber Ursache für die Schmerzsymptomatik des Tennis-Ellenbogens, da er kompensatorische Schmerzen in den Streckmuskeln auslöst. Liegt eine Instabilität vor, kann durch eine offene Operation ein Ersatz-Band eingezogen werden und so die Stabilität des Ellenbogens wiederhergestellt werden.

Im Zuge des minimal-invasiven Eingriffs können darüber hinaus bestimmte Krankheitsbilder behandelt werden. Dazu gehört das Entfernen freier Gelenkkörper, entzündlicher Gelenkschleimhaut oder von Knorpelschäden.

Lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen! 

 

Tipps zur Vorbeugung eines Tennis- oder Golfer-Ellenbogens

1. Training langsam steigern und plötzliche hohe Belastungen vermeiden.

2. Vor dem Training immer aufwärmen und die Unterarmmuskulatur sorgfältig dehnen.

3. Dehnübungen vor dem Training sind z.B.: Faust bilden, Hand öffnen und Arm strecken, Hände locker ausschütteln, Hände nach oben beugen und flach gegen eine Wand drücken, dann wieder ausschütteln.  

4. Bei auftretenden Schmerzen mit dem Training erst einmal aufhören und den Arm schonen. 

5. Muskelkräftigende Übungen kontinuierlich das ganze Jahr über durchführen, nicht nur in der Spielsaison.

 

Links: 29.05.2018 DGA | Quelle: AGA – Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie